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Es werden Posts vom Dezember, 2025 angezeigt.

Wintereinbruch in Hamburg

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Es war der 12. Dezember, und Hamburg fühlte sich an wie eine Stadt aus Glas. Die Wettervorhersage hatte von einer „ arktischen Anomalie “ gesprochen, doch niemand hatte wirklich begriffen, was das bedeutete, bis das Thermometer innerhalb von sechs Stunden von plus vier Grad auf minus zweiundzwanzig Grad stürzte. Es war nicht der normale, feuchte Hamburger Winterfrost , den man mit einem dicken Wollschal und einer Tasse Tee wegatmen konnte.  Es war eine trockene, bösartige Kälte , die aus Sibirien herübergepeitscht war und die Feuchtigkeit der Elbe in Sekundenschnelle zu mikroskopischen Eiskristallen gefroren hatte. Elias stand am Fenster seiner Altbauwohnung in Eimsbüttel und beobachtete, wie sein eigener Atem weiße Wolken gegen die Scheibe warf. Die Einfachverglasung, die er wegen des Charmes der Wohnung immer verteidigt hatte, rächte sich nun. An der Innenseite der Fensterrahmen bildeten sich bizarre Eisblumen , die wie kristalline Farne emporwuchsen. Draußen war die Stadt ve...

Feuerwerk zum Jahreswechsel - Entwicklung und Kosten der letzten 20 Jahre

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In Deutschland verursachen Feuerwerksrückstände und deren Beseitigung zum Jahreswechsel erhebliche Kosten, die über die letzten 20 Jahre trotz zunehmender Umweltdebatten ein Rekord Niveau erreicht haben. Während die Verkaufsverbote in der Pandemie (2020/21 und 2021/22) zu einer Zäsur führten, stiegen die Ausgaben danach massiv an.   1. Private Ausgaben für Feuerwerk Die Ausgaben der privaten Haushalte für Feuerwerkskörper folgen einem langfristigen Aufwärtstrend. Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) meldete für den Jahreswechsel   2024/25   einen historischen Rekord Umsatz von   197 Millionen Euro .   Entwicklung der Silvesterumsätze (2005–2025) Die folgende Tabelle zeigt die Umsatzentwicklung der Branche in Deutschland:   Zeitraum  Umsatz (Mio. €) Trend / Ereignis 2005 - 2012 ca. 100 - 115 Stabiles Niveau auf hohem Grundlevel ...

Es ist der 24. Dezember 2094 - Eine Weihnachtsgeschichte

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Es ist der 24. Dezember 2094. Über der Megalopolis „ Neo-Berlin “ spannt sich kein dunkler Winterhimmel, sondern ein flimmerndes Netz aus Energiefeldern und holografischen Werbebannern, die künstlichen Schnee in 8K-Auflösung auf die Straßenschluchten herabrieseln lassen. Der echte Schnee ist seit Jahrzehnten aus der Region verschwunden; die Durchschnittstemperatur in dieser Heiligen Nacht liegt bei milden 16 Grad. Elias saß in seinem Apartment im 142. Stockwerk und beobachtete, wie eine Lieferdrohne mit leisem Summen am Fenster vorbeizog. Er berührte das Bedienfeld an seinem Handgelenk, und die Wand seines Wohnzimmers verwandelte sich in ein virtuelles Fenster, das eine verschneite Waldlandschaft aus dem Jahr 1950 zeigte – inklusive des Knisterns eines Kamins, das man nicht nur hören, sondern durch gezielte Schallwellen auch als leichte Vibration im Brustkorb spüren konnte. „Synthetisches Weihnachtsmenü wird in drei Minuten materialisiert“, verkündete eine sanfte, KI-generierte Stim...

Eine Fahrt mit dem Rasenden Roland

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Eine Fahrt mit dem  Rasenden Roland , der historischen Schmalspurbahn auf Rügen , ist eine nostalgische Zeitreise, die Entschleunigung mit authentischem Dampflok -Flair verbindet. Die rund 24 Kilometer lange, ganzjährig betriebene Strecke führt von der " Weißen Stadt " Putbus bis zum Ostseebad Göhren und bietet dabei malerische Ausblicke auf die vielfältige Insellandschaft. Die Abfahrt in Putbus Ihr Abenteuer beginnt im Bahnhof Putbus, einem zentralen Knotenpunkt, in dem es dank einer neuen Werkstatt und Fahrzeughalle viel Eisenbahntechnik zu entdecken gibt. Die Atmosphäre ist geprägt vom Zischen und Schnaufen der über 100 Jahre alten Dampflokomotiven , die mit einer Spurweite von 750 mm fahren. Die Waggons, darunter auch offene Aussichtswagen, sind liebevoll restauriert und laden zum Verweilen ein. In Putbus besteht direkter Anschluss an das Normalspurnetz, und die Schmalspurbahn teilt sich auf den ersten Kilometern ein Dreischienengleis mit den Regionalzügen bis Lauterb...

Das Echo der Weinberge: Ein Sonntag in Unterheimbach

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Der Nebel des frühen Morgens war längst den sanften Sonnenstrahlen gewichen, die nun das Brettachtal in ein warmes, herbstliches Gold tauchten. In Unterheimbach , einem der malerischen Ortsteile von Bretzfeld , herrschte jene friedliche Stille, die man nur an einem Sonntag im Spätherbst findet. Für Familie Wagner – Vater Thomas, Mutter Sabine und die zehnjährige Mia – war dies der perfekte Tag, um die heimischen Pfade zu erkunden. „Heute gehen wir nicht einfach nur spazieren“, verkündete Thomas, während er sich die Wanderschuhe schnürte. „Heute machen wir die große Runde über die Weinberge bis hoch zum Waldrand.“ Mia verdrehte spielerisch die Augen, doch ein Lächeln stahl sich auf ihre Lippen. Sie liebte die Gegend rund um ihr Dorf, auch wenn sie es vor ihren Schulfreunden in Öhringen nie so offen zugeben würde. Der Spaziergang begann im Herzen von Unterheimbach. Die historischen Fachwerkhäuser, die sich eng an die Hauptstraße schmiegten, wirkten wie aus einer anderen Zeit. Sabine bli...

Das Leuchten zwischen den Zweigen: Das Abenteuer im Winterwald

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Das Leuchten zwischen den Zweigen: Das Abenteuer im Winterwald Der Morgen des dritten Adventssamstags im Jahr 2025 begann so, wie man es sich in einem Bilderbuch vorstellt: Eine hauchdünne Schicht aus Neuschnee hatte die Stadt in Puderzucker getaucht, und die Fenster der Familie Wagner waren am Rand leicht mit Eisblumen verziert. Für die zehnjährige Sophie und ihren siebenjährigen Bruder Jonas gab es kein Halten mehr. Schon beim Frühstück, zwischen dampfendem Kakao und frisch gebackenen Weckmännern , klapperten sie mit ihren Gabeln. „Heute ist es so weit, oder?“, fragte Jonas mit großen Augen. „Heute holen wir ihn aus der Wildnis!“ Vater Erik lachte und klopfte sich auf die Oberschenkel. „Nicht nur aus der Wildnis, Jonas. Wir müssen ihn uns verdienen. Die Säge ist geschärft, die Thermoskanne ist gefüllt. Packt euch warm ein, wir fahren zur alten Forstschonung am Silberberg .“ Das „Weihnachtsbaum-Selbst-Schlagen“ war in der Familie Wagner eine heilige Tradition, die jedoch jedes Jahr a...

Angeln im Dezember am Main

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Der 15. Dezember 2025 bricht über Eltmann mit einer Stille an, die nur der Winter kennt. Ein feiner Silberreif hat sich über die Fachwerkhäuser der Altstadt gelegt, und hoch oben auf dem Schlossberg thront die Wallburg , das Wahrzeichen der Stadt, wie ein versteinerter Wächter im Morgengrauen. Der markante Turm, im Volksmund „ Krautstücht “ genannt, verschwindet immer wieder in den dichten Nebelschwaden, die träge vom Main aufsteigen. Ich stehe am Ufer, unterhalb der alten Mainbrücke. Hier, wo der Fluss eine sanfte Kurve macht und die Strömung auf die Steinpackungen der Buhnen trifft, ist das Wasser tief und ruhig – ein klassischer Wintereinstand für die „ Stachelritter “. Die Luft ist so kalt, dass jeder Atemzug wie eine kleine Wolke vor meinem Gesicht stehen bleibt. Das Schilf am Rand knistert bei jeder Bewegung, als bestünde es aus dünnem Glas. Mein Ziel heute ist der Zander . Im Dezember fahren die Fische ihren Stoffwechsel herunter; sie jagen nicht mehr aktiv im Mittelwasser, so...